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WAY of HOPE


SOLIDARITÄT, SPIRITUALITÄT
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Manchmal überkommt mich der Heilige Zorn

Alle stehen unter Generalverdacht


MANCHMAL ÜBERKOMMT MICH DER HEILIGE ZORN 
auf all jene, die in unserem Land dafür verantwortlich sind, dass inzwischen bei uns ein Flüchtling gleichgesetzt wird mit einem Wirtschaftsflüchtling, der versucht unser Sozialsystem zu unterwandern und auszunutzen.
Dieser Zorn überkommt mich immer dann, wenn ich vom Leid geflüchteter Menschen unmittelbar berührt werde.
Letzte Woche musste ich einen jungen Mann ins LKH-Süd bringen. Er kam als 17-Jähriger nach Österreich; traumatische Kriegs-und Fluchterfahrungen. Als fröhlicher Jugendlicher war er bei seinen Kollegen beliebt, ein Komödiant und ein exzellenter Fußballer. Er ging sogar ein Jahr in eine Übergangsklasse. Aber dann. 3 Jahre warten auf seinen Asybescheid, haben ihn zermürbt, „nur schlafen, nichts machen dürfen, nur YouTube schauen“. Eine schwere psychische Krankheit wurde ausgelöst.

 

ALLE STEHEN UNTER GENERALVERDACHT
In der letzten Woche sind besonders viele Menschen zu uns gekommen, um eine Unterstützung von der Caritas zu bekommen. Uns fällt auf. Immer mehr Menschen fragen nach einem persönlichen Gesprächstermin. Sie möchten nicht zur Sprechstunde kommen. Warum? Sie möchten nicht gesehen werden. Wer möchte schon als Unterwanderer unseres Sozialsystems gelten?
Damit man mich nicht falsch versteht. Ja, es gibt Menschen, die unser System ausnutzen. Es braucht Reformen.
Aber, durch die Instrumentalisierung dieses Themas, um Wählerstimmen zu gewinnen, durch die ständige Verdächtigung der Mindestsicherungsbezieher, ist die allgemeine Meinung entstanden, dass der Zuwanderungsstopp in die Mindestsicherung einer der wichtigsten Maßnahmen für die Sanierung des Budgets ist. Kaum jemand hat dazugesagt, dass die Kosten für die Mindestsicherung gerade einmal 2% des ganzen Sozialbudgets ausmachen. Die Einsparungen werden also marginal sein.
Auf die Angst, wie auch auf die Neiddrüse der Menschen zu drücken, hat funktioniert. Die Flurschäden müssen jetzt bereinigt werden.
Droht eine kalte Gesellschaft, wo man die Schwachen nicht stützt, sondern sie verdächtigt? 

Fery Berger

           

 

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