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SOLIDARITÄT, SPIRITUALITÄT
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Sollen die Reichen zahlen?
Klassenkampf oder Gerechtigkeit
Ein persönlicher Beitrag zur Spardebatte

In der jetzigen Finanz- und Schuldenkrise wird der Ruf immer lauter, die Reichen sollen doch endlich mehr zur Kasse gebeten werden, damit wir aus der Schuldenmisere heraus kommen. Die einen sprechen in diesem Zusammenhang von einem neu aufflammenden Klassenkampf, die anderen von Gerechtigkeit.

Ich glaube, es wäre gerecht und sozial äußerst vernünftig.

Unser Zinseszinssystem ist in sich ungerecht. Mit Zinsen kann man sich ein Vermögen verdienen. Aber Geld arbeitet nicht. Irgendjemand sonst muss dafür arbeiten. Immer weniger werden immer reicher. 8 Promille der österreichischen Haushalte - also etwa 8000 -  besitzen 27 % des Geldvermögens.

Sichtbar wird Ungerechtigkeit bei den viel diskutierten Managergehältern. Wie kann man es ernsthaft begründen, dass ein Vorstandsvorsitzender einer österreichischen Bank 118 Mal so viel verdient wie ein Durchschnittsösterreicher?

Die “ungerechten Machenschaften” auf den Finanzmärkten sind inzwischen allgemein bekannt. Die Gewinne der Banken werden privatisiert, die Verluste sozialisiert. Gigantisch ist das Ausmaß der Finanzwirtschaft im Verhältnis zur restlichen Wirtschaft. Beträgt das globale Bruttosozialprodukt 60 Billionen Dollar, so schätzt man die gesamte Finanzwirtschaft auf 2000 Billionen Dollar. So können durch gewaltige Hebel die Preise auf den Märkten beeinflusst werden. Die Geldmenge mit der Nahrungsmittelspekulation betrieben wird, ist seit 2003 um 2.300 % gestiegen.

Besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten erscheint mir die soziale Dimension dieser Frage immer wichtiger zu werden. Eine ungerechte Verteilung des Einkommens war in der Geschichte immer schon Sprengsatz für soziale Unruhen. Gewalttätige Revolutionen haben meist darin ihren Nährboden gefunden.

Was nutzt ein Reichtum, wenn man ihn - wie in den USA schon jetzt - mit Stacheldrahtzäunen sichern muss? Was nützt ein Reichtum, wenn eine mögliche Geldentwertung inzwischen schon gefährlich real geworden ist?

Bis jetzt war es für die meisten Menschen das hohe Ideal zu den Reichen zu gehören. Heute getraut man sich das schon bald nicht mehr laut auszusprechen. Langsam haben sich neue Feindbilder entwickelt: die Banker und die Reichen. Alle Feindbilder sind gefährlich. Zu vielen tut man damit Unrecht. Ich kenne sehr verantwortungsbewusste und solidarische, reiche Menschen.

Conclusio: Damit es nicht zu einer neuen Form des Klassenkampfes kommt, ist eine gerechte Umverteilung unumgänglich; desto früher desto besser. Der soziale Frieden erfordert es.

 
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